„Die Möllner Briefe“ Filmvorführung in Kaiserslautern
Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung präsentierte die Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz am 01.08.2026 den Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ im Unionkino Kaiserslautern. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wurde der Film vor 50 Gästen diskutiert.
Der Film
„Die Möllner Briefe“ von Martina Priessner handelt vom rassistischen Brandanschlag auf ein von migrantischen Familien bewohntes Haus in Mölln im Jahr 1992 und den Folgen für die hinterbliebenen Personen. Im Mittelpunkt steht Ibrahim Arslan, der den Anschlag als siebenjähriger Junge überlebte. Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen landeten später im Stadtarchiv und wurden erst nach Jahrzehnten entdeckt und den Hinterbliebenen übergeben. Der Film macht somit auch den Umgang der Gesellschaft mit Rassismus und Erinnerungskultur zum zentralen Thema.
Podiumsgespräch - Wie geht unsere Gesellschaft mit Rassismus um?
Am Podiumsgespräch zum Film nahmen Referent*innen des Bündnisses Kaiserslautern gegen Rechts, der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz, der Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz sowie ein enger Freund von Ferhat Unvar aus der Bildungsinitiative Ferhat Unvar aus Hanau teil. Im Gespräch wurden ausgehend vom Film Parallelen zu weiteren rechten und rassistischen Anschlägen in Deutschland gezogen, insbesondere im Hinblick darauf, wie Staat und Polizei mit den Gewalttaten und Betroffenen umgegangen sind. Zentral wurde auch die Frage danach gestellt, wie die Stimmen von Betroffenen gehört und gestärkt werden können. Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar etwa sprach von ihrer Entstehung nach dem rassistischen Terroranschlag in Hanau und wie die Initiative nicht nur zu einem Sprachrohr für Betroffene von Rassismus wurde, sondern sich auch für einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt. Auch der Podiumsteilnehmer der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus berichtete von die Entwicklung rechter Gewalt und das Bündnis Kaiserslautern gegen Rechts regte zu Handlungsmöglichkeiten und solidarischen Zusammenschlüssen an. Zum Ende des Podiumsgesprächs wurden Fragen aus dem Publikum besprochen, etwa wie auch Menschen, die sich nicht mit den Folgen rechter Gewalt beschäftigen, erreicht und sensibilisiert werden können.